Tea Time - Der Post zum Sonntag

Sonntag, Oktober 11, 2015


Langsam aber sicher normalisiert sich mein „neues“ Leben als Masterstudentin in meiner neuen Wahlheimat. Das Studium ist angelaufen, die Wohnung bezogen und nach und nach langsam fast vollständig eingerichtet. Lediglich hier und da fehlen noch Kleinigkeiten und Möbelstücke – aber alles Dinge, die nicht zwingend notwendig sind. Endlich war in der vergangenen Woche also mal wieder Zeit, Dinge, die viel zu lange liegen geblieben sind in die Hand zu nehmen und zu regeln – und natürlich auch, um mich mal wieder mit einer Decke aufs Sofa zu setzen, den Laptop auf den Schoß zu legen und zu schreiben.

Dabei möchte ich euch heute eine neue Aktion vorstellen, die gemeinsam wie schon der BloggingSonntag im Blogger-Treff-Forum entwickelt wurde. Bei „Tea Time“ werden ähnlich wie beim BloggingSonntag zu den verschiedenen Themen Posts verfasst – die Teilnahme daran ist natürlich frei für alle und niemals zwingend. Vor allem stehen nun nicht nur Blogging-Themen im Vordergrund, sondern auch allgemeine Themen direkt aus dem Leben. Darunter auch Themen, die mehr Aufmerksamkeit benötigen oder denen einfach mal eine Plattform geboten werden muss und über die man diskutieren sollte. Falls es eurerseits Themenwünsche und –vorschläge gibt, über die ihr mal berichten möchtet oder etwas lesen wollt, sind diese natürlich sehr gern gesehen! Den Anfang der neuen Serie, die alle zwei Wochen am Sonntag erscheinen wird, macht das Thema

"Streiks - Fair oder ungerecht?"

Natürlich möchte ich mich niemals in die Position stellen alle politischen und wirtschaftlichen Gründe und Hintergründe eines Streiks zu beurteilen. Es sind lediglich meine Gedanken, die ich hier kundtun möchte. Gedanken einer 24-jährigen Studentin, die sich fragt: Wieso schon wieder ein Streik? Doch bevor wir näher auf das Thema eingehen, wollen wir erstmal Streik für uns genauer definieren:

Streik | Definition
Die Handlung, dass die Arbeiter und Angestellten eines Betriebs, einer Fabrik o. Ä. für eine bestimmte Zeit nicht arbeiten, um ein bestimmtes Ziel, zum Beispiel höhere Löhne, zu erreichen.

Die Bahn, die Post, die Kindergärten – auch in diesem Jahr gab es schon zahlreiche Streiks. Streiks, die uns nerven – egal ob wir direkt beteiligt sind oder nur indirekt. Vor allem während des diesjährigen Streiks der Erzieher* brachte mich zu der Thematik zum Nachdenken. Im ersten Moment - das muss ich zugeben - kam mir der Gedanke: Nicht noch ein Streik! Mit der Bahn hat man oft genug schon Ärger. Und jetzt auch noch Kindergärten? Vor allem die Familien, die hier auf die Plätze angewiesen sind, damit die Eltern arbeiten gehen können um sich über Wasser zu halten, kamen mir sofort in den Kopf. Ging und Geht es den Erziehern wirklich so schlecht?

Und als ich bei meiner Recherche auf den folgenden Post von 2 Kind Chaos stieß, untermauerte das meine Gedanken mehr als deutlich (Eine direkte Antwort formulierte übrigens I see dem rollin', I'm hatin' - ebenfalls lesenwert). Denn derjenige, den die Erzieher mit ihrem Streik erreichen wollten, den erreichten sie nicht. Zumindest nicht von Anfang an. Vielmehr waren es wirklich die Eltern, die Kinder selbst und die Arbeitgeber oder andere Firmen, die Essen an Kindergärten liefern, die nun vor einem riesengroßen Fragezeichen standen. Wenn ich versuchte mich in die Lage einer Mutter rein zu versetzen, die wieder im Berufsleben ist - ebenso wie ihr Mann - und darauf angewiesen ist, ihr Kind im Kindergarten unterzubringen und darauf zu vertrauen, dass das Kind angemessen versorgt wird, könnte ich wütend werden. Gleichzeitig frage ich mich aber: Kann mein Kind angemessen versorgt werden wie der aktuelle Stand ist? Immer wieder heißt es, es gäbe Fachkräftemangel und vor allem nicht ausreichend Kindergartenplätze. An diesem Beispiel des Streiks der Erzieher schienen also nicht nur die verhandelnden Personen zu verzweifeln - sondern auch jeder Normalbürger.

Die Arbeit der Erzieher ist hart, so wie es fast jeder Job auf seine Art und Weise es mit sich bringt. Und mit Sicherheit haben sich die Anforderungen geändert, die nun in diesem Bereich von Nöten sind. Wenn man manchmal hört, was manche Eltern fordern, was noch von den Erziehern übrnommen werden soll, was in meinen Augen einfach klare Sache der Eltern ist, kann ich die Lage der Erzieher auf jeden Fall verstehen. Aber ob das mit einer Lohnerhöhung und einem daeinhergehenden Einverständnis, auch die Belange zu übernehmen, die eigentlich Eltern machen sollten, getan ist, wage ich zu bezweifeln. Vielmehr sollte hier eine Einigung und eine Klarstellung der Erziehungsmethoden zwischen Eltern und Erziehern wieder überholt werden. Denn wenn ein Kind frech wird, dann ist es meiner Meinung nach nicht die Schuld der Erzieher und des Kindergartens, sondern eine des Elternhauses. Und da hilft kein Streik.

Übrigens: Der Streik der Erzieher wurde Ende Juni zunächst auf Eis gelegt. Im September sollten neue Streiks folgen. Die sind nun - wie es aussieht - erstmal vom Tisch. Laut der Frankfurter Neuen Presse ist eine Einigung in Sicht. Genaueres könnt ihr HIER nachlesen.

*An der Stelle sei gesagt, dass mit Erzieher/Erziehern immer Erzieherinnen und Erzieher gemeint sind.

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1 Kommentare

  1. schöner Post! Würde mich freuen, wenn du mal vorbeischauen würdest. Alles Liebe Lessa
    http://mondmohn.blogspot.com

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