Tea Time #2: Phobien - und wovor hast du Angst?

Sonntag, Oktober 25, 2015


Heute: Phobien - Und wovor hast du Angst?

Seit zwei Wochen gibt es nun die neue Aktion "Tea Time - Der Post zum Sonntag" alle zwei Wochen hier zu lesen. Und nachdem wir uns zuletzt mit Streiks beschfäftigt haben, gibt es diesmal ein neues Thema, dem man sich auch mal auf Blogs widmen könnte, da  wir alle doch irgendwie auf irgendeine Weise direkt oder indirekt betroffen sind davon. Die Rede ist von Phobien.

Auch wenn es uns manchmal schwer fällt, unsere Schwächen einzugestehen, haben wir sie doch alle. Und zu unseren Schwächen zählen auch unsere Ängste. Und auch wenn diese gern mal als eine Stärke angesehen werden können, bewahren uns unsere Ängste doch auch so einige Male vor Fehlern, verbinden wir bzw. ich oftmals etwas negatives mit Angst. Unter Phobie und Angst wird jedoch nicht unbedingt immer das gleiche verstanden.

Angst
"Der Zustand bzw. das Gefühl, sich vor jemandem oder vor etwas zu fürchten."

Phobie
"Ein starkes Angstgefühl bzw. eine Angststörung, das bzw. die in bestimmten Situationen auftritt oder beim Anblick mancher Dinge ausgelöst wird, und den Menschen immer mehr einschränkt."


Auch ich habe Ängste - und auch Phobien. Dafür sollte man sich weder schämen noch etwas anderes behaupten. Denn auch unsere Schwächen sind ein Teil von uns und machen uns zu dem Menschen, der wir sind. Vor allem habe ich Verlustängste. Manchmal nervt es mich selbst, dass ich diese große Angst habe, die Menschen, die ich liebe, zu verlieren. Vor allem in einer Beziehung kann das manchmal doch zu einigen Konflikten führen (und da hilft natürlich auch wieder nichts anderes als darüber zu reden...). Ich merke diese Verlustängste aber auch oft, wenn meine Geschwister beispielsweise in den Urlaub fahren oder auch einfach mal so etwas unternehmen. Dann beschleicht mich das eine oder andere mal einfach dieses ungute Gefühl, dass etwas schlimmes passieren könnte.

Leider bin ich - was manche Ängste und Phobien angeht - auch ein typisches Mädchen. Denn ich habe eine absolute Spinnen- und Schlangenphobie. Letzteres sogar noch ausgeprägter. Dabei gibt es von mir sogar ein Foto aus dem Kindergarten, auf dem ich eine Schlange streichel (aus irgendeinem Grund hatten wir Besuch von irgendwelchen Personen die uns diese Tiere "gezeigt" haben). Mal wieder ein Beweis mehr, wie sehr man sich von der Kindheit an verändert.

Auch Höhenangst zählte lange, lange Zeit zu meinen Ängsten. Mittlerweile hat sich das - zum Glück - durch selbstdurchgeführte Konfrontationstherapie etwas gebessert. Aber ich kann mich an eine Situation erinnern, die vor einigen Jahren in Florenz während eines Schüleraustauschs stattgefunden hat. Um eine schöne Aussicht über die Stadt zu haben, sind wir auf einen Turm hochgeklettert - natürlich nur wer wollte. Tief durchgeatmet habe ich mich dazu entschieden, mit zu gehen. Und ja, wirklich zu gehen. Denn einen Aufzug hatte dieser Turm natürlich nicht. Gefühlt eine Stunde dauerte der Aufstieg, um dann raus zu gehen, einmal ans Geländer zu gehen, und dann abrupt wieder umzukehren und nach unten zu laufen. Apropos Aufzug: Die Angst, im Aufzug stecken zu bleiben und dass dieser ganz plötzlich zu Boden kracht, kenne ich auch zu gut.


Wie man die folgende Angst nennt, weiß ich gar nicht so recht, aber wenn ich meine Wohnung (bzw. mittlerweile unsere Wohnung) verlasse, und vorher alles nachgeschaut habe (Fenster zu, Herd aus, etc.), bekomme ich nach dem Verlassen der Wohnung irgendwann plötzlich Panik. Habe ich wirklich alles ausgemacht? Steht nichts auf dem Herd? Ist der Ofen an? Sind die Fenster auf und könnte es rein regnen? Hält der Schlauch der Waschmaschine? Was ist, wenn es einen Wasserschaden gibt? Und das Gefühl verlässt mich dann auch so lange nicht mehr, bis ich endlich wieder zu Hause bin. Da es aber noch nicht so schlimm ist, dass ich auf der Stelle nach Hause fahre und alles nachschaue, ist es eher eine Angst und noch keine Phobie. Und ich hoffe ehrlich gesagt auch, dass das so bleibt.

Zwar keine wirklichen Ängste, aber eine Art von Abneigungen - die Grenzen sind ja manchmal nicht klar erkennbar - sind dabei natürlich auch ein Teil von mir. Ich kann es zum Beispiel einfach überhaupt nicht leiden, wenn Menschen, die neben mir essen, immens laute Essensgeräusche von sich geben. Das macht mich schlichtweg wahnsinnig. Eine relativ große Macke von mir ist: Ich mag kaum ein Wasser. Und wenn ich Wasser trinke, dann kann ich höchstens einen halben Liter trinken. Geschmacklich kann ich das fade Zeug einfach nicht lange haben. Ich greife dann immer lieber auf Wasser mit Fruchtgeschmack zurück.

Wenn ich das hier alles so aufschreibe und nochmal durchlese, komme ich zu dem Entschluss: Ich habe irgendwie doch eine kleine große Meise im Kopf. Aber gut, sie gehören zu mir. Und zugegeben: So Menschen ganz ohne Macken und Fehler sind doch irgendwie auch langweilig, oder? Und nun zu euch: Wovor fürchtet ihr euch? Was sind eure Phobien?

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4 Kommentare

  1. Ein sehr symphatischer Beitrag. Ich finde auch das jeder nunmal Schwächen hat und die gehören einfach auch dazu. Bin deshalb auch nicht so der größte Fan davon die Schwächen schön zu reden, weil einfach kein Mensch perfekt ist.

    Spinnen mag ich auch gar nicht, dazu bin ich kein Fan der Dunkelheit und fahre auch ungern Aufzug. Mir wird es da auch immer schwindelig, da nehme ich lieber die Treppe. Ansonsten kenne ich das mit der Frage, ob alles aus ist. Wenn ich weggehe, dann checke ich das echt mehrmals xD. Und trotzdem fragt man sich dann: Ist alles aus. Ich glaube aber das hat jeder. Mit meiner Besten Freundin musste ich letztens auf den Weg ins Kino so gar noch mal umdrehen, weil sie sich total unsicher war, ob der Herd nun aus war oder nicht. Er war zwar dann aus, wie das meistens der Fall ist, aber man grübelt dann ständig. Pünktlich ins Kino haben wir es trotzdem noch geschafft.

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  2. Toller Post :)

    Die Angst vor Insekten, insbesondere Spinnen, kenne ich nur zu gut. Habe auch Angst vor Spinnen, aber eine Phobie ist das auf jedenfall nicht.
    Ich denke ich habe garkeine richtige Phobien. Nur Ängste. Dazu gehört, wie auch bei dir, Verlustängste, Zukunftsängste und meine schlimmste Angst, vielleicht kann man da doch von Phobie sprechen (?) Vorträge halten oder vor einer Menschenmenge sprechen. Da werde ich direkt total nervös, mir wird kotzübel und ich rede dann richtig schnell und verhaspel mich. Schlimm sowas :s

    LootieLoo's plastic world

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  3. Ich fürchte mich vor dem Versagen. Ich habe Angst, dass ich irgendwann mal sterben werde und nichts erreicht habe. Genau aus diesem Grund habe ich den Blog angefangen. Ich möchte, dass die anderen wissen, dass ich etwas erreicht habe. Ich habe Angst, dass dies nicht der Fall sein wird.
    Schöner Post
    Kiss, cleo
    www.creativschreiben.blogspot.ch

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  4. Sehr guter Post! ♥
    Ich wäre schneller, wenn ich aufzählen würde, wovor ich nicht Angst habe, als andersrum.
    Speziell die soziale Phobie schränkt mein Leben sehr stark ein. Dazu kommen spezifische Phobien vor Insekten, Spinnen, Käfer, Glatteis, Autobahnfahrten, alles was mit Adrenalin zu tun hat, Adern uvm.

    Verlustängste kenne ich leider auch zu gut. Vermutlich durch die generalisierte Angsterkrankung ziemlich hoch oder gar dadurch ausgelöst worden.

    Grüsse ♥

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