Lovely Hobbies: Wie ich mich als Frau in der Männerdomäne Fußball zurechtfinde

Dienstag, August 18, 2015


Zugegeben, in der letzten Zeit war es etwas still auf meinem Blog. Grund dafür war kein Sommerloch, wie es manche vielleicht denken, sondern einfach eine sehr chaotische Phase, in der alles drunter und drüber zu gehen schien - und scheint. Und in solchen Phasen helfen dann nicht einmal die Tipps, um Schreibblockaden zu überwinden , die sonst immer etwas Besserung bringen. Doch langsam aber sicher versuche ich mich weiter vorwärts zu arbeiten. Und was macht da bessere Laune, als endlich wieder die Lust zu haben, einen neuen Post zu verfassen? Die Idee zu diesem Beitrag steht schon eine ganze Weile. Denn  es wird mehr als Zeit, euch ein bisschen mehr von mir selbst zu erzählen, damit ihr ein besseres Bild habt zu der Person hinter diesem Blog. Den Anfang möchte ich nun mit der Vorstellung eines meiner liebsten Hobbies machen, wie ich dazu kam und vor allem mit welchen Vorurteilen ich mich - auch heute noch - abfinden muss.

Wie ich zum Fußball kam

Wie ihr es bestimmt schon am Bild erahnt habt, handelt es sich bei meinem Hobby um Fußball. Seit nunmehr fast über zehn Jahren spiele ich aktiv im Verein, habe aber natürlich auch schon vorher zusammen mit Freunden oder meinen Geschwistern gegen das runde Leder gekickt. In den Verein eintreten wollte ich aber lange Zeit nicht. Die Sprüche, die damals noch Frauen abbekamen, die Fußball spielten, konnte ich einfach noch nicht so wegstecken. Doch irgendwann nahm mich eine damalige Freundin einfach mit zum Training und nur wenige Tage später war ich angemeldet - und ich bereue diesen Schritt bis heute nicht, auch wenn es eben nicht immer einfach war!

 https://www.facebook.com/ulrich.brunner.de?__tn__=C

Einige mögen vielleicht jetzt denken "Übertreib doch nicht so" oder "Stell dich  nicht so an", aber ich kann auch sagen, mit 13, 14 Jahren ist es eben nicht so einfach, mit manchem umzugehen - und wenn man wegen etwas ausgeschlossen wird, was man von Herzen gerne mag oder macht, dann ist das etwas, was einen beschäftigt. Aber irgendwann entwickelte ich den Ehrgeiz, mich durchzusetzen - und mir vor allem nichts von niemandem vorschreiben zu lassen, was ich gut zu finden habe und was ich als Frau zu tun und zu lassen habe. Das ist übrigens etwas, woran man sich in jedem Bereich des Lebens halten sollte: Sich niemals verbiegen zu lassen. Womit wir eigentlich auch beim Hauptteil des Posts angekommen sind, zu dem ich vor allem von Nadine's Schubladendenken-Beitrag inspiriert wurde.

"Ich würde euch sehr gerne detailliert erklären können, wie mich Menschen ansehen, wenn ich ihnen sage, dass ich als Informatikerin arbeite. Im Jahr 2015. Ich würde diese Blicke gerne besser beschreiben als nur mit den Worten erstaunt, perplex, schockiert. Als Frau? Ja, als Frau. Ich bin eine Frau und ich arbeite in der Informatik. Und ich liebe es. Ich tue es gerne. Es ist mein Job und ich schätze meinen Job sehr. Ja, die Branche wird von Männern dominiert – wo liegt das Problem? Wem gibt dies das Recht uns Frauen für diesen Job als ungeeignet abzustempeln? Schubladendenken."

So und nicht anders begann Nadine ihren Post - und ich fand mich sofort wieder. Gut, ich bin keine Informatikerin und bin auf dem Gebiet wohl eine der größten Ahnungslosen die es gibt, weswegen ich sie und auch alle anderen, die in der Informatik arbeiten, bewundere. Aber auch wenn es nicht direkt passt, kann ich mich in den Worten wiederfinden und es auf Fußball und vor allem auch auf meinen Berufswunsch übertragen.

Fußball und Journalismus - Zwei Männerdomänen, mein zu Hause!


Wie vielleicht der eine oder andere weiß, habe ich Anfang des Jahres mein Studium in der Richtung Angewandte Medien mit den Schwerpunkten Sportjournalismus und Sportmanagement abgeschlossen. Da ich mich vor allem für den journalistischen Part interessiere und das Studium hauptsächlich deswegen angenommen habe, war auch hier schnell klar: Auch im Sportjournalismus haben es die Frauen nicht leicht. Natürlich gibt es mit Sicherheit auch Sportarten, bei den viele Frauen darüber berichten. Da ich aber auch hier eine große Leidenschaft für die Berichterstattung über und um Fußball habe, zeigte sich auch hier schon bald die deutliche Geschlechterverteilung. Aber ich möchte auch nicht zu weit abschweifen vom eigentlichen Thema, obwohl ich mit Sicherheit noch stundenlang darüber schreiben könnte und auch schon habe, wie in diversen Studienarbeiten. Vielleicht schreibe ich dazu mal einen eigenen Post, falls ihr Interesse daran habt. An der Stelle sei vielleicht nur so viel schon gesagt: Schaut euch die Medienabteilungen der Fußballvereine an - dort übernehmen fast (ich sage hier bewusst fast, denn es gibt sehr viele gute Ausnahmen!) nur Männer die Arbeit, auch in der Bundesliga.

Für viele scheint es einfach noch immer ein fragendes Gesicht der Ungläubigkeit aufzuwerfen wenn eine Frau sagt "Ich spiele Fußball" - und das ist etwas, was ich einfach nicht verstehe. Man kann über Frauenfußball denken was man möchte, aber man sollte die Frauen, die es spielen oder sich dafür interessieren einfach akzeptieren, genauso wie man selbst akzeptiert werden möchte. Sprüche wie "Frauenfußball ist wie Pferderennen mit Eseln" sind da einfach fehl am Platz - völlig unabhängig davon, ob das Spiel bei den Männern oder Frauen mehr oder weniger schnell vonstatten geht. Mich haben all die Vorurteile gegenüber Frauenfußball und Frauen im Fußball vielleicht am Anfang etwas zögerlich an die Dinge heran gehen lassen, aber niemals ganz aufgehalten. Und daran wird sich auch niemals etwas ändern.  
________________
 
An der Stelle möchte ich mich nun etwas aktiver an euch wenden: Habt ihr irgendwelche Fragen, die ihr von mir beantwortet haben möchtet? Das kann zu den unterschiedlichsten Themen sein. Ob Beruf, Blog oder vielleicht auch etwas Privates - ich werde in einem seperaten Post mir die Fragen vornehmen und sie euch beantworten, solange sie nicht zu privat sind. Würde mich sehr über eure Fragen freuen! 

You Might Also Like

8 Kommentare

  1. Sehr, sehr schöner Post.
    Ich finde es klasse, wenn Frauen Fußball spielen, was ist denn daran bitte einzuwenden?
    Ich hoffe, dass sich dieses ganze Schubladendenken immer weiter abbauen wird und du irgendwann ohne Sprüche deinem Hobby nachgehen kannst.
    Auf weitere persönlichere Posts freue mich sehr :D

    Liebe Grüße
    Jule

    AntwortenLöschen
  2. Ich glaube dir sofort, dass es nicht immer einfach ist, in diesem Sport als Frau zu bestehen. Leider gibt es viele Sportarten in denen (gefühlt) Männer mehr hervorstechen. F1, Autorennen, Motorcross, Boxen... etc. Umso cooler finde ich es zu lesen, dass du dein Ding machst. Ich finde es toll, wenn Menschen ihrem Hobby nachgehen. Ganz gleich, was andere darüber sagen oder denken! Also TOP, weiter so =) liebste Grüße, Mandy

    AntwortenLöschen
  3. Toller Post! :)
    Ich habe selbst (zwar als ich ganz klein war) Fußball gespielt, aber es macht einfach Spaß. Außerdem bin ich riesiger Fan!
    Lass dich da von niemandem unterkriegen und mach, worauf du Lust hast und was dir Spaß macht! :)

    AntwortenLöschen
  4. Übrigens: Grüße von einem weiteren BVB-Fan ;)

    AntwortenLöschen
  5. Schöner Post, vor allem weil er auf etwas hinweist, was viele immer noch denken: Das ist Männersache. Ich finde das im Jahr 2015 und nach etlichen Diskussionen über Gleichberechtigung und Co. einfach etwas zu oberflächlich. Wer bitte hat denn zu entscheiden ob Fussball allein den Männern vorbehalten ist? Diese Sprüche nach dem Motto, Frauenfussball wäre schlechter als Männerfussball, sind einfach nur hirnlos. Es ist immer noch dasselbe Spiel, dieselben Regeln und ein Ball. Ich kann deine Gedanken gut nachvollziehen, mir ist es selbst schon passiert, dass ich in einem Seminar zum Thema Sportrecht einem Mann das Abseits korrekt erklären musste, weil er der Meinung war "Frauen wissen sowas nicht". Und ich kann im Stadion genauso gut "Echte Liebe" brüllen wie die Kerle :)

    AntwortenLöschen
  6. So ein Unsinn!
    Ich finde es schade, dass gerade gegenüber Frauenfußball so viele Vorurteile bestehen.

    Meine Schwestern spielen seit Jahren Fußball und ich habe auch mal zwei Jahre in der Damenmannschaft meines Heimatdorfes gespielt. Dort gibt es schon seit über fünfzehn Jahren Mädchenfußball und wird von allen gut angenommen.
    Klar, Frauen spielen anders als Männer, aber dadurch eben nicht schlechter. Mann sollte es nur einfach davon loslösen und nicht diese Vergleiche anstellen. Sagt ja auch keiner, dass Peter schlechter in Deutsch ist als Marie und es vielleicht deswegen ganz sein lassen sollte.

    Gerade im Studium kann ich mir diese Probleme auch gut vorstellen ... da geht es halt um Vormachtstellung und letztendlich auch um Job"angst".

    Liebe Grüße!

    AntwortenLöschen
  7. Super Post :)
    Ich kenne auch ein paar Mädels aus der Realschule, die Fußball gespielt haben. Hinter deren Rücken wurde oft gelästert, aber das hat sich irgendwann gelegt. Vor allem dann, wenn sie gezeigt hatte, wie gut sie im Sportunterricht waren, haha :D
    Ich finde es sehr toll, dass du etwas machst, was nicht jede Frau macht. Und Frauen sollten das auch tun dürfen.

    Ich sehe es auch im Gaming. Wenn ich unerwartet in einen Sprachchat gehe oder wenn ich sage ich bin eine Frau kommt gleich. Gamergirls sind hässlich und fett oder ich spiele schlecht. Naja, ich find's nicht so schlimm, aber diese Denke müsste einfach mal weg.
    Leider gibt es jetzt im Gamingbereich immer mehr Frauen, die dann zwar nicht dem "Hässlich-Klischee" entsprechen, aber nur ihre Brüste zeigen und sich auftakeln, was das Bild einer Gamingfrau noch mehr schädigt.

    Ich arbeite bzw studiere auch Informatik, aber bis jetzt hatte ich noch nicht solche Erlebnisse, dass mich die Menschen doof angucken. Es gab nur einmal einen jungen Mann, der meinte mich ansprechen zu müssen mit diesen Worten: "Wow, wie kann es sein, dass eine Frau, die so ausschaut wie du Informatik studiert?". Total unnötig.
    Naja, ich seh aber jetzt immer mehr weibliche Studierende bei uns an der Fakultät. Man merkt schon den Wandel etwas.

    http://www.lootieloosplasticworld.de

    AntwortenLöschen
  8. Das ist echt ein cooler Post!
    Ich selber spiele auch schon seid Ewigkeiten Fußball. Habe aber schon seid der Bambini in einen Verein gespielt. Wo ich dann natürlich nur unter Jungs war und das bis zur C-Jungend. Da musste ich dann einfach ganz schnell lerne mich durch zu setzten und zu zeigen das ich auch da bin und vor allem auch was kann. Ich muss sagen heute bin ich froh das ich so lange unter Jungs gespielt habe. Allein aufs Fußball bezogen haben ich so einfach und ohne Umwege gelernt mich zu zeigen und auch mal auf mich Aufmerksam zu machen.
    Aber auch in meinen Alltag stärkt mich der Sport. Denn ich erzähle stolz das ich Fußball spiele und stehe auch dazu. Was bis jetzt auch immer gut ankam :D

    Liebe Grüße Franzi

    AntwortenLöschen

Ich freue mich sehr über jeden Kommentar und über sachliche Kritik, ebenso über Themenwünsche und Hinweise zu Verbesserungen! Jedoch behalte ich mir auch vor, Spam und Beleidigungen ohne Vorwarnung zu löschen.