Endlich exmatrikuliert!

Freitag, Mai 15, 2015


"Nicht das Beginnen wird belohnt,
sondern einzig und allein das Durchhalten." (Katharina von Siena)

Ja, so ist es. Und genau das ist nun geschehen. Seit zwei Tagen ist es endgültig und final offiziell: Ich habe mein Studium erfolgreich bestanden und abgeschlossen! Am vergangenen Mittwoch war die feierliche Exmatrikulation der Hochschule, bei der ich - trotz gut 500 Kilometern Anreise - natürlich dabei sein wollte - ist doch die Exmatrikulation ähnlich gehalten wie die Zeugnisübergabe beim Abitur und dem anschließenden Abiball. Es ist einfach ein feierlicher Akt, der nach mindestens drei Jahren Bachelor-Studium - in meinem Falle sogar dreieinhalb Jahren, da ich mein Praxissemester um ein halbes Jahr verlängert habe - mehr als angemessen ist. Und ich kann euch sagen: Ich war unfassbar aufgeregt! Schon morgens um 6 Uhr machten meine Eltern, mein Freund und ich uns auf den Weg nach Mittweida zu meiner Hochschule, wo um 14 Uhr die Exmatrikulation in der Stadtkirche stattfinden würde. Nach knapp fünf Stunden Autofahrt kamen wir rechtzeitig zur Mittagszeit an, um vor der Zeremonie, bei der natürlich auch die bekannten Hüte an die Studenten ausgeteilt werden sollten, noch etwas zu essen.




Im Hotel Deutsches Haus fanden wir dann einen gemütlichen Tisch im Biergarten, der in einem super schön gelegenem Hinterhof seinen Platz fand. Da wir relativ früh dran waren, hatten wir den Biergarten fast noch für uns allein und konnten die Ruhe genießen. Bei einem frisch gemachten Glas Hugo mit eigens aus dem Garten gepflückter Minze ging das genießen und entspannen dann sogar noch ein bisschen besser. Nach einem Gruß aus der Küche (einer kleinen Tasse Tomaten-Spargel-Suppe, die vorzüglich schmeckte) bekamen wir auch schon bald unser Essen serviert. Ich hatte mir zur Spargelzeit ein kleines "Spargelpfännchen Deluxe" bestellt. Dabei war ich lange Zeit am überlegen, bin ich doch eigentlich eher eine Person, die bei gutem alten bekannten Sachen bleibt - vor allem beim Essen. Und normalerweise esse ich Spargel eher ganz klassisch: Mit Kochschinken und Käse überbacken und dazu Kartoffeln und Sauce Hollondaise. Aber da es ein besonderer Tag war, musste es auch mal etwas anderes sein. Und ich war begeistert von dem Essen. Also, solltet ihr mal aus irgendeinem unerfindlichen Grund in Mittweida sein und ein gutes Restaurant suchen: Das Deutsche Haus kann ich nur dringendst empfehlen!

Nachdem wir das Essen gemütlich haben ausklingen lassen, machten wir uns auch schon auf den Rückweg zum Auto - denn umziehen musste ich mich auch noch. In weiser Voraussicht habe ich nämlich darauf verzichtet in meinem Kleid essen zu gehen - ich kenne mich Tollpatsch nämlich nur zu gut. Und da wäre schnell die Suppe auf dem Kleid gelandet. Nachdem ich mich umgezogen und fertig gemacht hatten machten wir uns dann auch zeitnah auf den Weg zur Kirche. Und von meiner Entspannung war nun nichts mehr zu spüren. Und schnell wurde mir auch ein gravierender Unterschied zu der Abitur-Zeugnisübergabe bewusst: Beim Studium stehst du (fast) alleine da. Ohne meine Eltern und meinen Freund wäre ich mir ganz schön verloren vorgekommen. Da alle Absolventinnen und Absolventen gesondert hinter dem Altar saßen, organisierte ich mir und zwei ehemaligen Studienkollegen, die ich an dem Tag nach einiger Zeit wiedertreffen sollte, einen Platz und wartete auf den Beginn der Zeremonie.



Die Zeremonie
Die Kirche war wirklich traumhaft schön - und bis auf den letzten Platz gefüllt. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal so vielen Menschen gegenüberstand - geschweige denn ob das überhaupt schon mal der Fall war. Es war mehr als nur ein Wechselbad der Gefühle, das kann ich euch sagen. Wenn man dort so sitzt, fast 1.000 Menschen anstarrt... da gehen einem hunderte von Gedanken und Gefühle durch den Kopf. Von Stolz und Freude, dass man nun endlich sein Studium erfolgreich abgeschlossen hat, bis hin zu Angst und Panik, was nun alles noch kommen mag und dass der Ernst des Lebens nun endgültig beginnen wird, ist alles dabei. Und dieses Durcheinander wurde durch die zahlreichen Reden des Pfarrers, des Rektors und einer Intendantin vom MDR, die den Festvortrag an diesem Tag hielt, nicht unbedingt vermindert. Und dennoch waren sie sehr inspirierend und vor allem motivierend. Wir haben unseren Abschluss geschafft. Wir sind nun auf dem Weg mit beiden Beinen fest im Leben zu stehen. Wir werden zwar kämpfen müssen, aber was ist im Leben schon umsonst?

Nach den Reden und traumhaft schönem Gesang und Musik war dann der große Moment gekommen. Nach und nach wurden alle der insgesamt 200 (!!!) Diplom-, Master- und Bachelorabsolventinnen und -absolventen nacheinander nach ihren jeweiligen Studiengängen aufgerufen. Und das kann sich bei der Anzahl ganz schön in die Länge ziehen... doch nach ungefähr einer Stunde waren auch die letzten aufgerufen und haben ihren Hut, ihre Hochschul-Nadel und ihre Urkunde bekommen. Es folgte nur noch der Auszug der Professorinnen und Professoren, ehe wir uns alle gemeinsam vor der Kirche versammelten. Dort wurden die ersten Fotos mit den Familienmitgliedern und/oder Freundinnen und Freunden gemacht. Denn schließlich sollte der Moment auch wirklich festgehalten werden. Im Anschluss ging die Festgemeinde von der Kirche zur Hochschule. In den Schuhen war das kein Spaß... aber so sind wir Frauen nun mal. Und was an der Hochschule dann folgte, war mir zuvor nur aus all den zahlreichen amerikanischen College-Filmen bekannt...



Das traditionelle Hüte-Werfen
Es ist das eigentliche Highlight der Exmatrikulationsfeier würde ich behaupten: Das Hüte-Werfen. Wer kennt diese Szenen nicht, in denen nach dem Schul- bzw. Studienabschluss hunderte von Schülern und Studenten in den Filmen ihren Hut in die Luft werfen und den Abschluss zelebrieren. Doch jetzt sollte ich mitten drin sein. Ein komisches, aber auch lustiges Gefühl. Ich war gespannt, wie das Bild am Ende aussehen würde. Leider kann ich es euch aktuell noch gar nicht zeigen, da es noch nicht auf der Seite der Hochschule veröffentlicht worden ist. Aber sobald das der Fall ist werde ich das natürlich nachreichen!

Nach ein, zwei (oder auch drei?) Gläschen Sekt traten wir dann aber auch schon den Heimweg an. Schließlich standen noch knapp fünf Stunden Rückfahrt vor uns. Gegen 23 Uhr waren wir dann nach einem schönen, aber auch anstrengenden Tag endlich wieder zu Hause! Zu Hause - wo der Ernst des Lebens nun vollends beginnt...

>> Aber jetzt zu euch: Was macht ihr beruflich? Studiert ihr oder macht ihr eine Ausbildung und wenn ja, in welchen Bereichen?

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7 Kommentare

  1. Oh von so einer Feier habe ich ja noch nie gehört. Ich komme aus Berlin und studiere hier auch, aber ich habe noch nie von so einer Feier gehört. Mein Freund hat neulich seinen Bachelor-Abschluss einfach nach dem Kolloquium in die Hand gedrückt bekommen und das wars. Aber da finde ich das bei dir echt viel schöner. Das Bild vom Hüte werfen hätte ich ja zu gerne gesehen, ob das wohl echt so aussieht wie im Film...
    Wie geht es denn jetzt beruflich weiter bei dir?

    Ich mache ein duales Studium im Bereich BWL Bank, noch etwas mehr als ein Jahr und dann ist es endlich vollbracht :D

    Bin übrigens durch deinen Kommentar auf meinem Blog zu dir gekommen und werde mich jetzt noch ein wenig bei dir umschauen, denn auf den ersten Blick gefällt mir dein Blog richtig gut. Wirst bestimmt gleich einen Leser mehr haben :D

    Liebe Grüße
    Jule

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  2. Hört sich nach einem gelungenem Tag an :)
    Ich mach im Moment ein FSJ und will zum Wintersemester dann mit dem Studium anfangen.
    xx

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  3. Heeeeeeerzlichen Glückwunsch!! :)

    Hab KIZ schon gesehen vor ein paar Jahren, ja :P Saß danach sogar Backstage und hab zusammen mit ihnen Chili con Carne gegessen.. das hat sich definitiv gelohnt :)

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  4. Das hört sich nach einer wirklich tollen Feier an. Ich mag sowas auch unglaublich gerne, da man einfach noch mal zusammen ist, bevor die Wege sich dann endgültig trennen und man einfach auch sieht, was man alles erreicht hat. Wobei der Weg um das Zeugniss abzuholen auch immer für mich ein schlimmer ist, ich bin ja auch ein kleiner Tollpatsch und hoffe, dann immer das ich nicht über meine Füße stolpere. Aber klappt eigentlich meistens alles reibunglos.

    Ich studiere auch und zwar Politikwissenschaften und Soziologie, bin aber erst im zweiten Semester und von meinem Abschluss also noch weit entfernt. Wusste aber gar nicht, dass das mit den Hüten bei uns auch gemacht wird, das kenne ich immer nur aus amerikanischen Filmen und Serien und finde das immer mega cool.

    Danke auch für dein liebes Kommentar.
    Freut mich, dass ich dich darauf aufmerksam machen konnte ;). Ist wirklich ein sehr schöner Film udn vor allem wenn dir solche Filme gefallen, dürftest du daran deine Freude haben.

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  5. Ich mache mein FSJ in einer Förderschule für behinderte Kinder und möchte danach entweder integrative Heilpädagogik oder soziale Arbeit studieren :)
    & danke für dein liebes Kommentar :) Berlin gehört auch zu meinen Lieblingsstädten.
    xx

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  6. Herzlichen Glückwunsch! :)
    Ich fange erst im September eine Ausbildung an, aber beneide dich und allen anderen schon, die fertig sind und "normal" arbeiten :D

    Wünsche dir jedenfalls viel Erfolg in deinem weiteren/zukünftigen Berufsleben!
    & vielen Dank für deinen Kommentar :) Bin gespannt auf deinen Beitrag!

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  7. Beim Titelbild dachte ich sofort 'Das kommt mir aber bekannt vor'. Ich habe auch in Mittweida studiert (Master Maschinenbau) und war ebenfalls zur Feier=) Und es war wirklich sehr schön. Als ich vor zwei Jahren meinen Bachelorabschluss gemacht habe, gab es eine solche große Feier aber auch noch nicht.

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